Hungerlöhne im Hostel

 

MieterEcho online 16.02.2014

Peter Nowak

„Für  Euch ist es Urlaub –  für uns ist es Ausbeutung“, skandierten ca. 70 TeilnehmerInnen vor dem Amadeus-Hostel in Bezirk Wedding. Unter ihnen waren mehrere ehemalige Beschäftigte, aus verschiedenen europäischen Ländern. Sie erhoben schwere Vorwürfe gegenüber der Geschäftsleitung des Hostels.

„Ich arbeitete täglich ca. 8 Stunden an 6 Tagen die Woche  Am Monatsende erhielt ich für die Arbeit 100 Euro, “ erklärte der   Belgier Thomas“.  Er wollte Berlin kennen lernen und landete im Amadeus-Hostel wie  Nathan Letore aus Frankreich:   „Wir suchten ein Zimmer und im Hostel sagen sie uns, wir können hier leben und arbeiten“.
Die Beschäftigten sind mittlerweile alle entlassen oder haben selber besser gekündigt.  Sie fordern von der Geschäftsleitung des Hostels die Nachzahlung der ihnen vorenthaltenen Löhne. In der nächsten Woche wollen einige Klagen einreichen.
Doch auch der Protest soll nach der Kundgebung weitergehen. Unterstützt wird er von der  Erwerbsloseninitiative Basta, die im Wedding regelmäßig Sozialberatung macht. Dort haben sich auch die ehemaligen Amadeus-Beschäftigten getroffen, um die Kundgebung vorzubereiten. Für Gitta Schulz vom Basta sind auch die Jobcenter ein Teil des Problems.

Beschäftigte ohne Arbeitsvertrag würden  von den Jobcentern nicht als AufstockerInnen anerkannt und seien so gezwungen, von den geringen Löhnen  leben zu müssen.   Die Erwerbsloseninitiative bekomme  die Dringlichkeit des Problems wöchentlich zu spüren.
„Erst war es ein  junger Mann und dann kamen immer mehr Menschen aus verschiedenen Ecken Europas in unsere Sozialberatung“, berichtet Schulz.   Nach der Kündigung werden ihnen die Leistungen erneut verweigert, da sie keiner Erwerbsarbeit nachgehen. Für Menschen aus der EU ohne deutschen Pass stellt Erwerbsarbeit aber eine Bedingung für den Bezug von ALG II dar. Daher fordert Basta den uneingeschränkten Zugang zu Sozialleistungen für alle, unabhängig vom Pass  und Aufenthaltstatus.

Hostel im Wohnblock
Die Kundgebung endete mit einem spontanen Rundgang durch das Hostel. Die Türen stand offen und kein Mensch war zu sehen.  Dabei wurde deutlich, in welch schlechten Zustand die Räumlichkeiten sind. Im Internet haben viele ehemaligen Gäste ebenfalls darüber geklagt. Am Beispiel des Amadeus-Hostel wird  aber auch die Problematik der ausufernden Tourismusindustrie in Berlin besonders deutlich. Die schlechten Arbeitsbedingungen und Dumpinglöhne sind dabei ein wichtiges Problem,  die Auswirkungen auf die Umgebung ein anderes. Das Amadeus-Hostel  befindet sich  im Weddinger Teil der Brunnenstraße, in einer Gegend  im der viele einkommensschwache Mieter  leben. Das Hostel erstreckt sich auf große Teile eines Wohnblocks. So wird Wohnraum in den unteren Preiskategorien für touristische Zwecke  zweckentfremdet. Ein ehemaliger Beschäftigter berichtet, dass in das Hostel öfter vom Jobcenter Wohnungslose  vermittelt wurden. So sorgt das Hostel dafür, dass es immer weniger   billigen Wohnraum gibt und verdient dann an der Unterbringung der Obdachlosen,
http://www.bmgev.de/mieterecho/mieterecho-online/amadeus-hostel-kundgebung.html

 

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Die Linke “Für euch ist es Urlaub – für uns ist es Ausbeutung!”

Kundgebung am Hotel Amadeus

Publiziert am 16. Februar 2014 von Phil Butland

Berlin kennt viele Großereignisse, wie die Modemesse Bread & Butter, die Berlinale oder die große Sylvesterparty am Brandenburger Tor. Millionen von Touristen verbringen jährlich ihren Urlaub in Berlin. Hinter den Kulissen putzen, kochen und reinigen täglich unzählige Menschen, um dieses Touristenkarussell aufrecht zu erhalten. Ihre Arbeit findet oft unter miesen Bedingungen statt und zu Löhnen, von denen nicht mal eine Wohnung bezahlt werden kann. Dazu gehören auch die Angestellten des Amadeus Hostels in der Brunnenstraße 70 und ihre Geschichten.

“Für euch ist es Urlaub – für uns ist es Ausbeutung!” – Bilder von der Kundgebung am Hotel Amadeus in Gesundbrunnen am  15. Februar 2014:

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Die jungen Menschen aus verschiedenen europäischen Ländern gelangen über Internetanzeigen bei Arbeitgebern wie dem Amadeus Hostel. Ein freundlich klingendes Schild am Eingang offeriert: “Kostenlose Unterkunft und Verpflegung für ein paar Stunden Arbeit.”In der Praxis folgen ungesicherte Arbeitsverhältnisse und schlechte Bezahlung. “Bei Amadeus erhielten wir nur Arbeitsverträge, wenn wir permanent nachfragten und drängten. Betrogen wurden wir bei Vertragsabschluss alle.” Nach Aussagen der Gewerkschaften und eines Arbeitsanwaltes wird kein Arbeitsgericht diese Verträge akzeptieren.

Neben den prekären Arbeitsbedingungen wird auch der rassistische Hostel Alltag auf der Kundgebung im Fokus stehen. Ein hinter der Rezeption verstecktes Schild weist die Angestellten darauf hin, dass Menschen aus Rumänien, Bulgarien und Israel nicht aufgenommen werden dürfen. Dagegen leben in dem Hostel unter hygienisch schlechten Bedingungen Menschen aus Polen und Russland, die von ihren Firmen hier untergebracht werden. “Ich wurde regelmäßig beauftragt, Schimmel in den Zimmern zu überpinseln. Viele Betten waren verdreckt und von Insekten befallen. Aufgrund unbezahlter Rechnungen waren viele Schädlingsbekämpfungsfirmen nicht mehr bereit für das Hostel zu arbeiten.”

Berliner Jobcenter scheinen dagegen wenig Probleme mit den Zuständen zu haben. Einige der Zimmerwerden bezahlt, um von Wohnungslosigkeit bedrohte Menschen unterzubringen. Wer sich gegen diese Zustände und die Ausbeutung wehrt, verliert umgehend den Job. “Wir alle haben uns daher zusammengetan
und rufen zur Kundgebung am Samstag auf”, so eine ehemalige Angestellte.

http://www.die-linke-im-wedding.de/2014/02/fuer-euch-ist-es-urlaub/

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Kundgebung am Samstag

Kundgebung am Samstag 15.2.2014

Am Samstag 15 Uhr findet die Kundgebung vor dem Amadeus Hostel statt. Die Adresse lautet: Brunnenstraße 70 (U8 Voltastraße)

 

Manifestation on saturday 15/2/2014

On saturday 3 p.m. the manifestation will take place  in front of the Amadeus Hostel. The adress is: Brunnenstraße 70 (U8 Voltastraße)

 

karte

Presseerklärung

 *Für euch ist es Urlaub – für uns ist es Ausbeutung!*

 

Steht in großen Buchstaben auf dem Transparent der ehemalige Angestellten des Amadeus Hostels, das sie für eine Kundgebung am Samstag um 15 Uhr vor der Brunnenstraße 70 in Mitte vorbereiten.

Berlin kennt viele Großereignisse, wie die Modemesse Bread & Butter, die Berlinale oder die große Sylvesterparty am Brandenburger Tor. Millionen von Touristen verbringen jährlich ihren Urlaub in Berlin. Hinter den Kulissen putzen, kochen und reinigen täglich unzählige Menschen, um dieses Touristenkarussell aufrecht zu erhalten. Ihre Arbeit findet oft unter miesen Bedingungen statt und zu Löhnen, von denen nicht mal eine Wohnung bezahlt werden kann. Dazu gehören auch die Angestellten des Amadeus Hostels in der Brunnenstraße 70 und ihre Geschichten. Weiterlesen